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September 7th, 2010

Alles entspannt am Strand

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15. Beachvolleyball-Turnier „Charlie-Open“ garantiert fast immer Sonne und ganz bestimmt viel Spaß

Von Jan Bröhan

Bassenfleth. Der „wahrscheinlich“ älteste Teilnehmer kam wieder von ganz weit her, Herr „Haseldorf“ schipperte wieder über die Elbe, die Sonne schien wie an jeden ersten Sonnabend im September und das Baby ließ den Stichtag netterweise auch verstreichen. Bei dem Beachvolleyball-Turnier am Bassenflether Strand war mal wieder alles wunderbar, auch der Bassenflether Bock, der Wanderpokal, der „Charlie-Open“ wurde nicht zu rabiat behandelt.
„Das ist eines der schönsten Beachvolleyball-Turniere“, sagt Uwe Sandvoss über die Charlie-Open am Bassenflether Strand. Und der gebürtige Kölner aus Neuss muss es wissen: Der 51-Jährige, also „wahrscheinlich der Älteste hier“, ist Sozialarbeiter und Volleyballtrainer. Er war maßgeblich an der Realisierung des zweiten offiziellen Beachvolleyball-Platzes in Deutschland beteiligt, zudem ist er seit den Anfängen des Beachvolleyballs dabei. „Hier steht immer noch der Spaß und die Party im Vordergrund – so wie es früher war“, sagt Sandvoss. Er ist seit dem zweiten Turnier dabei, an diesem Wochenende wurden schon die 15. Charlie-Open ausgetragen. Sandvoss kam wieder mit dem Wohnmobil und brachte seinen Sohn Max mit. Der hofft, dass es das Turnier auch in acht Jahren noch gibt, damit er dann in die Fußstapfen seines Vaters treten kann. Der Papa „wird ja langsam auch gebrechlicher“.
Organisator und Initiator des Beachvolleyball-Turniers ist Philipp Dürkes, Volleyballer beim TSV Hollern-Twielenfleth, die sich „Freunde der Sonne“ nennen. Die befreundete Sonne schien bisher bei jedem Turnier, das am ersten Sonnabend im September durchgeführt wurde. 14 Mal. Nur ein mal, da waren die Charlie-Open-Teilnehmer nicht nur feucht-fröhlich sonder pitsch-nass. „Das war 2008, da musste ich das Turnier verlegen, weil ein Freund am ersten September-Sonnabend geheiratet hat“, sagt Dürkes. Der Freund hatte eine sonnige Heirat, der „Freund der Sonne“ ein verregnetes Turnier.
Irgendwann mal, so etwa vor zehn Jahren, kam Björn Preuß mit seinem Boot vorbei geschippert, beobachtete das Treiben am Bassenflether Strand und legte neugierig an. Seitdem kommt er jedes Jahr wieder, meistens per Boot von der anderen Seite der Elbe. Er kommt aus Haseldorf, deshalb heißt er bei der Turnierleitung nur Herr Haseldorf.
Ein anderer „Freund der Sonne“ ist Thomas Pape. Der dreifache Charlie-Open-Sieger gehört immer zum Favoritenkreis, wobei der Modus des Turniers den Zufall entscheiden lässt, wie stark ein Team ist. Starken Spielern wird ein vermeintlich schwächerer zugelost. „Mixed Teams wird es aber nie geben – das ist ja unsportlich“, scherzt Turnierleiter Dürkes. Sein Freund Pape war diesmal allerdings mehr mit seiner besseren Hälfte beschäftigt, als mit dem Volleyballspiel: Seine schwangere Frau Silke hatte am Turniertag ihren Stichtag. Ob es ein Junge oder Mädchen wird, wussten die Papes auch nach dem Turnier noch nicht. Alles entspannt.
„Der Spaß steht im Vordergrund. Wer verspannt, der fliegt raus“, sagt Dürkes. Andreas Heitmann ist mal verspannt und hat aus Wut über das verlorene Finale den Pokal, den Bassenflether Bock, umgeworfen. Der Bock zerbrach in 1000 Teile. Den zweiten Bassenflether Bock erwischte es dann in einem Studentenwohnheim. Sieger Martin hatte den Pokal dort auf den Fernseher gestellt. Während eines emotionalen Fußballspiels geriet der Bock ins Wanken, fiel und zerbrach. Viele fleißige Studentinnen dachten, sie hätten etwas Schlimmes verbrochen und klebten in mühsamer Kleinstarbeit den Bock wieder zusammen. Dürkes goss daraufhin den Pokal mit Zement aus. Die geklebten Narben werden den Bock nun ein Leben lang zieren, da er unzerstörbar wurde. Die zierliche Zicke, der Pokal für das weibliche Siegerteam, ist noch schön anzuschauen. Apropros: Nackt hat sich diesmal keiner gemacht. Das passiert, wenn eine Mannschaft zu null verliert. Alles schon vorgekommen, alles spaßig.

Stader Tageblatt vom 07.09.2010

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