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August 23rd, 2014

Buxtehude – wie es lebt, leidet und leuchtet

SPORT REGIONAL, by tz.

Jan Iso Jürgens am Buxtehuder Fleth.
 

BUXTEHUDE. In den letzten 15 Jahren hat er nur drei Heimspiele des Buxtehuder SV verpasst. Auf der Tribüne hat er dabei noch nie gesessen. Jan Iso Jürgens ist Sportfotograf – unter anderem fürs TAGEBLATT. Als solcher hat er die BSV-Handballerinnen schon in öffentlichen Situationen ganz persönlich abgebildet. Beim Sport liegen Freud und Leid, Sieg und Niederlage nie weit auseinander. Eine Handballhalle wird da zum Becken der Emotionen. Aber Fotografenmeister Jürgens hält auch gern das vermeintlich Unbewegte fest. Am liebsten in der Stadt, die dem in Hannover geborenen 43-Jährigen längst zur Heimat geworden ist: Buxtehude. 

Der so unbeweglich dastehende Kirchturm von St. Petri in der Buxtehuder Altstadt hat Jan Iso Jürgens einmal das perfekte Bild vermasselt. Als er in der Silvesternacht die Kirche vor seiner Haustür mit buntem Feuerwerk am Himmel fotografieren wollte, war alles bereit. Die richtige Belichtungszeit war eingegeben. Der Kirchturm stand im Fokus und dann wurde es Mitternacht zum Jahreswechsel. „Aber mit dem sechsten Glockenschlag geht das Licht aus“, weiß Jan Iso Jürgens jetzt. Damals hatte er noch sechs Sekunden, um sich auf die Situation neu einzustellen. Mit dunklem Kirchturm wollte er das beleuchtete Fleth nicht fotografieren. „Aber wie kriege ich es hin, dass das Licht, das um zwölf Uhr und ein paar Sekunden ausgeht, auf dem Bild noch leuchtet, wenn das Feuerwerk kommt“, erklärt Jürgens das Problem. Er hat es bei der Berechnung der Langzeitbelichtung geschafft – im nächsten Jahr. Das Ergebnis ist auf dieser Seite zu sehen.

Als die Berufswahl für den damals frischgebackenen Abiturienten anstand, sollte es etwas sein, bei dem die Kreativität nicht zu kurz kommt. „Ich war damals ambitionierter Musiker“, erzählt Jürgens. Doch dann hatte er sich gefragt, was denn aus seinem liebsten Hobby werden sollte, wenn er es zum Job machte. Also begann er ein Praktikum beim TAGEBLATT und zog zum ersten Mal als Bildberichterstatter los. Damals ging es vor allem auf Schützenfeste, erinnert sich der Fotograf, der 1983 mit seinen Eltern als jüngstes von vier Geschwistern nach Buxtehude gezogen war. Die ersten Jahre seiner Kindheit hatte er in Selsingen im benachbarten Kreis Rotenburg verbracht. Am Ende des Praktikums, bei dem Jürgens auch die passenden Artikel zu seinen Fotos schrieb, sollte zuerst ein Volontariat stehten. Doch statt die Ausbildung zum Redakteur zu machen, schwenkte er im letzten Moment auf die Assistenz-Ausbildung in einem Werbefotografie-Studio um. Der Musik ist der Gitarrist und Bassist bis heute treu geblieben. Noch immer spielt er in einer Band. „Fotografieren ist was für die Oberfläche“, sagt Jan Iso Jürgens, „Musik geht tiefer.“ Akustische Wellen würden tief ins Innere eines Menschen dringen. Trotzdem ließen sich mittels der äußeren Hülle Gefühle transportieren. Und darauf kommt es dem Buxtehuder bei seinen Fotos mehr an als berühmte Sportler in aller Welt festzuhalten.

Sein erstes Foto hat Jürgens als Fünfjähriger mit der Kamera seines Vaters gemacht. Das Motiv: der Küster in Selsingen beim Rasenmähen. Der Kirchenmann schaut in die Kamera, wie es sein soll, weil Jürgens ihn darum gebeten hat. Die Geschichte verbindet etwas, das sich in seinem Vornamen wiederfindet: der Namensteil Iso. In der analogen Fotografie ist die Lichtempfindlichkeit des Films in ISO angegeben. Diesem Umstand verdankt Jürgens nicht den für einen Fotografen passenden Namen. „Mein Vater hat in seiner Konfirmandenzeit vom Bischof Yso in Verden gehört und fand den Namen einfach gut“.

Monika Grande aus Dannenberg fliegt beim Beachvolleyballturnier des Buxtehuder SV eindrucksvoll dem Ball entgegen. Im Hintergrund ist bei dieser Rettungsaktion im Sand sogar noch das Netz zu sehen. 

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Stader Tageblatt vom 23.08.2014

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