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Willkommen in der Volleyball-Region Unterelbe

November 16th, 2016

Der Sport und seine Folgen

SPORT REGIONAL, by tz.

In einem Zweiteiler beleuchtet das TAGEBLATT die zwei Seiten des Sports: Heute stehen Verletzungen und negative Facetten im Fokus. Morgen folgt dann der „gesunde“ Teil mit den positiven Auswirkungen des Sporttreibens.

Den Körper mit Sport ruiniert

Thomas PapeSchulter: In einem Volleyballspiel erwischt es Papes rechte Schulter. Drei Titananker zur Fixierung gehören seitdem zu ihm.

Rücken: Seit drei Jahren plagen Thomas Pape Rückenschmerzen. Physiotherapie, Osteopathie, Energieheilung. „Ich hab‘ schon alles durch“, sagt er.

Kniegelenke: Seite erste Knie-OP hatte der heute 42-Jährige im Alter von 15 Jahren – Knorpel glätten.

Fußgelenke: Einem Außenbandriss im Fußgelenk folgte ein Sprunggelenkbruch, die Knorpelschäden sind längst chronisch, die Bänder geschädigt.

Von Jan Bröhan

LANDKREIS. Der Bezirksliga-Fußballer schmeißt eine Schmerztablette ein, damit er das Zwicken im Oberschenkel nicht spürt. Selbst Hobbysportler reizen oftmals ihre Grenzen auf ungesunde Weise aus. Thomas Pape ist ein Paradebeispiel. Er habe sich „klassisch ruiniert“, sagt der 42-Jährige.

Thomas Pape gehörte in seinen guten Sportlerjahren zu den besten Volleyballern der Region. Aber schon während seines Lehramtsstudiums in Kiel bremsten ihn seine Knie aus. Das Training beim Zweitligisten war so intensiv, dass Papes vorbelastete Knie nach eineinhalb Stunden anschwollen. Der heutige Sport- und Mathelehrer an der Harsefelder Oberschule ist im Landkreis trotz diverser Abwerbungsversuche immer seinem TSV Hollern-Twielenfleth treu geblieben, spielte mit dem „familiären“ Volleyballteam in der Oberliga. Pape trainiert mehrere Mannschaften, auch die Mädels und Frauen der VSG Altes Land. Sporadisch spielte er während der vergangenen Saison selbst noch mit. „Aber das geht gar nicht mehr“, sagt Pape. Er sei immer sportverrückt gewesen, und dabei immer „unvernünftig“.

Tischtennis und Fußball waren Papes erste Ballsportarten. Und Sport war gleich die Nummer eins für Pape. „Immer draußen, immer auf dem Platz“, wie er die Leidenschaft umschreibt. Seine erste Knie-OP hatte er mit 15 Jahren: Knorpel glätten. „Das Training war damals ja auch nicht gerade präventiv“, sagt Pape. Der Zwei-Meter-Hüne bekam Wachstumsschübe. Zum Warmmachen ging es gern mal im Entenmarsch über den Platz. Mit 12 Jahren habe er seine Knie erstmals gespürt. Eine zweite OP folgte auf die erste. Bei der Bundeswehr wurde er aufgrund seiner Knorpelschäden ausgemustert. Trotz seiner Beschwerden und Verletzungen änderte sich nichts an Papes Einstellung: „Ich dachte immer: Mir kann keiner was, alles gut.“

Als 16-Jähriger begann Pape intensiv Volleyball zu spielen. Nebenbei trainierte er auch gern mit der Regionalliga-Basketballmannschaft, in der sein Bruder spielte. Die Verletzungen häuften sich an: Außenbandriss im Fußgelenk, Sprunggelenksbruch, die Knorpelschäden werden chronisch, die Bänder sind geschädigt. In einem Volleyballspiel erwischt esd ann seine rechte Schulter. „Alles kaputt“, sagt Pape. Drei Titananker zur Fixierung gehören nun zu ihm. In seinen Fußgelenken hat er Arthrose. Seit drei Jahren plagen ihn Rückenschmerzen. Physiotherapie, Osteopathie, Energieheilung. „Ich hab schon alles durch“, sagt er. Wenn gar nichts mehr geht, geht er bei seinem Arzt auf „die Streckbank“.

Pape weiß, dass er selbst schuld ist: „Ich habe nie auf meinen Körper gehört.“ Aber: „Selbst mit dem Wissen von heute würde ich es nicht viel besser machen.“ Er müsste den Sport wieder so intensiv betreiben, sich aber mehr auf vorbeugende Übungen konzentrieren. Sein – oftmals ungesunder – Antrieb: „Das ist einfach diese Ballgeilheit.“ Und im Wettkampf spürte er die akuten Schmerzen meistens nicht mehr.

Stader Tageblatt vom 16.11.2016

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