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April 26th, 2016

Emotionaler Abschied nach Niederlage

SPORT REGIONAL, by tz.

Volleyball: Altkloster verpasst Regionalliga-Aufstieg

von Tim Scholz

Julia Kaufhold 2016

Zum Abschied nehmen die TSV-Volleyballer Trainerin Julia Kaufhold noch einmal in den Arm.   Foto Scholz

BUXTEHUDE. Nach vier Jahren hat sich Volleyball-Trainerin Julia Kaufhold vom TSV Buxtehude-Altkloster verabschiedet. Ein Erfolg zum Abschluss blieb der früheren Bundesligaspielerin jedoch verwehrt.

Julia Kaufhold kämpft mit den Tränen, setzt immer wieder ein strahlendes Lächeln auf. Dann, als sie vor den Zuschauern und ihren Spielern zu sprechen beginnt, bricht es aus ihr heraus. „Ich wollte mich bedanken, ich habe mich hier immer wohl gefühlt.“ Die Stimme stockt. „Ein riesengroßes Loch wird bleiben.“ Alle applaudieren. Die Spieler bilden eine Schlange, einer nach dem anderen nimmt Julia Kaufhold in den Arm. Die Wehmut weicht allmählich der Erleichterung, diesen schweren Moment gemeistert zu haben.

Wenige Augenblicke später sitzt Julia Kaufhold auf einer Holzbank. Die Halle hat sich größtenteils geleert, einige Spieler und Zuschauer stehen am Verkaufstresen, plaudern, essen Kuchen, trinken Bier. Kaufhold ist zwischenzeitlich wieder heruntergekühlt, kann klare Gedanken fassen.

„Das war Emotion pur“, sagt die frühere Bundesligaspielerin. Eben die Verabschiedung nach vier Jahren als Trainerin, davor das umkämpfte, aber verlorene Relegationsspiel gegen Göttingen über fünf Sätze und der damit verpasste Aufstieg in die Regionalliga. „Ärgerlich ist, dass wir am Ende vier Matchbälle nicht genutzt haben“, sagt Kaufhold. Mit einem Erfolg hätte sie ihren Abgang vergolden können. „Wir müssen es aber auch realistisch sehen“, sagt Kaufhold, „Göttingen war solider in entscheidenden Situationen.“

Die Buxtehuder kämpften zwei Stunden lang. Julia Kaufhold, ihre Mannschaft und die mehr als 150 Zuschauer, die für eine mitreißende Kulisse sorgten, erlebten in der Sporthalle der BBS ein sportliches und emotionales Auf und Ab. Phasen, in denen den Buxtehudern alles gelang, Fans und Spieler nach jedem Punkt zur eingespielten Musik abgingen wie auf einem Pop-Konzert. Es gab aber auch Phasen, in denen sich die Fehler häuften. Den entscheidenden Punkt holte Göttingen, weil ein TSV-Spieler die Mittellinie übertrat.

Auf der einen Seite des Netzes fielen sich die Gäste aus Göttingen in die Arme, auf der anderen Seite blickten betrübte Buxtehuder zu Boden. Wenige Momente später stellten sie sich vor das eigene Publikum und ließen sich feiern. Einige Zuschauer in der ersten Reihe bedankten sich bei Kaufhold mit einer Choreografie aus mit Buchstaben bedruckten Din-A3-Zetteln: D-A-N-K-E J-U-L-I-A D-A-N-K-E.

Enttäuschung sieht und hört sich anders an. „Wir freuen uns über eine erfolgreiche Saison, mit der Relegation hätte niemand gerechnet“, sagt Kapitän Christian Schuster. Er war schon vor sieben Jahren dabei, als der TSV auch im Tiebreak den Oberliga-Aufstieg in der Relegation verpasst hatte. Diesmal aber, sagt Julia Kaufhold, hätten die Buxtehuder die Chance geschenkt bekommen.

Nachdem die Mannschaft in der Oberliga von ganz oben auf den vierten Tabellenplatz durchgereicht worden war, war die Relegation in die Ferne gerückt. Da aber der Zweite und Dritte nicht in der Relegation spielen durften beziehungsweise wollten, ist der TSV Buxtehude-Altkloster nachgerückt. Spieler Robert Lawrenz hatte davon nur zufällig erfahren, als er auf der Verbandswebsite surfte – und die Mannschaft dann per WhatsApp informierte.

Im kommenden Jahr wollen die Buxtehuder den Aufstieg erneut angreifen. Seit dem Abstieg des TuS Jork vor einigen Jahren stünde der Region laut Abteilungsleiter Robert Quast der Regionalliga-Volleyball gut. Wer die Mannschaft in der kommenden Saison trainiert, steht noch nicht fest. „Wir sind noch auf der Suche, führen Gespräche“, sagt Quast. Anfragen nimmt er gerne entgegen.

Julia Kaufhold hat den TSV vor vier Jahren übernommen und von der Verbands- in die Oberliga geführt. Die Mannschaft ist ihr ans Herz gewachsen, jetzt braucht Kaufhold aber mehr Zeit für sich selbst und ihren Freund. „Wir bauen ein Haus und wollen eine Familie gründen“, sagt die 32-Jährige. Zusammen mit dem Job als Lehrerin und der Anreise aus Hamburg ist es zu zeitintensiv. Eine Rückkehr will sie nicht ausschließen. „Ich will die Jungs nicht ganz hängen lassen.“ Dazu liebt sie den Volleyball zu sehr.

Christoph Diesch 2016

Mitreißende Stimmung: Christoph Diesch war einer der stärksten TSVer.

Eine Bildergalerie zum Spiel gibt es im Internet unter http://www.tageblatt.de/bilder_galerie,-TSV-Buxtehude-Altkloster-gegen-ASC-46-Goettingen-_mediagalid,5889.html.

Stader Tageblatt vom 26.04.2016

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