volleyball-unterelbe.de

Willkommen in der Volleyball-Region Unterelbe

April 9th, 2011

Immer Bewegung im Körper

SPORT REGIONAL, by tz.

Der 65-jährige Kanufahrer Gunther Biegel steigt mit Volleyballern des TSV Hollern-Twielenfleth auf

Von Jan Bröhan

Guderhandviertel. Seine Frau lächelt milde. „Eigentlich wollte er mit 50 Jahren aufhören“, sagt Beate Biegel. Nun, als 65-Jähriger, spielt Ehemann Gunther immer noch Volleyball beim TSV Hollern-Twielenfleth. In dieser Saison ist er mit der zweiten Mannschaft Meister in der Bezirksliga geworden. Zudem hilft der Rentner immer noch in der Verbandsligamannschaft aus. Fehlende Kondition und Kraft kompensiert der Sportler „mit Spielverständnis und Antizipation“, wie Biegel sagt.

 
Dass Gunther Biegel konditionell nicht mehr mithalten könne mit seinen Mitspielern, die seine Söhne sein könnten, habe ihr Ehemann beklagt, seinerzeit vor 15 Jahren, erzählt Beate Biegel amüsiert. Deshalb wollte er nur noch zum Training. Dort haben ihn die Mitspieler Woche für Woche, Jahr für Jahr, für die Spiele mit eingeplant. Biegel, der Älteste, konnte und kann noch mithalten. Selbst in der Verbandsliga soll er manchmal noch aushelfen. „Ach, einen können die immer durchschleppen“, scherzt Biegel.
Die Freunde der Sonne, wie sich die Volleyballer des TSV Hollern-Twielenfleth nennen, seien eine harmonische Gemeinschaft. „Es geht mehr um den sozialen Aspekt als um den ehrgeizigen Sport“, sagt Biegel, das ist es, was er so schätzt. Trotzdem gehörte er zu denjenigen im Team, die für den Aufstieg in die Landesliga stimmten und sich mit knapper Mehrheit gegen die reinen Spaß-Volleyballer durchgesetzt haben. „Wir gehören in die Landesliga“, sagt Biegel. Er will es auch noch mal persönlich wissen, sagt: „Dieses Niveau sollte ich von der Athletik her noch schaffen.“
Dabei war Biegel, der Sportler, der „immer Bewegung im Körper hatte“, wie er es ausdrückt, nie ehrgeizig im Sinne von verbissen. „Wenn ich drei Mal pro Woche trainieren musste, um besser zu werden, dann habe ich die Sportart gewechselt“, sagt er. Sport sei Hobby und der Spaß habe immer den Leistungsgedanken verdrängt. Zudem ging es ihm um Vielseitigkeit. Reiten, Judo, Tennis, Badminton, Fußball, Laufen, Skifahren, Radfahren. Ehefrau Beate zählt die Sportarten auf, guckt ihren Mann an: Hat sie was vergessen?
Die große Leidenschaft von Gunther Biegel ist aber das Kanufahren. Mit 18 Jahren fing er an Kajak zu fahren, machte lange Touren und Wildwasserrafting. Als dann die Familie da war, Ehefrau Beate und zwei mittlerweile erwachsene Kinder, wurden im Urlaub Kanutouren gemacht.
„Auf der ganzen Welt“ war er mit dem Kanu unterwegs. Biegel war unter anderem als Botschafter des Deutschen Kanu-Verbandes in China bei der dortigen ersten Wildwasser-Regatta. Skandinavien, Russland, Kaukasus, Nepal, Mexiko, Chile, Amerika. Die weltweiten Kanutouren zählen sich noch länger auf als Biegels sportlichen Betätigungen. „Ein einmaliges Erlebnis“ sei eine Kanutour in Chile gewesen, als er durch „warmes Trinkwasser, das vulkanisch erwärmt ist“ paddelte. Der bisherige absolute Höhepunkt war aber die Tour auf dem Colorado-River. „Das ist für einen Kanufahrer wie für einen Bergsteiger den Mount Everest zu besteigen“, sagt Biegel. Die Natur dort sei „das Schönste überhaupt“.
Als Biegel, der Berufsfeuerwehrmann in Hamburg war, Rentner wurde, hat er sich ein Wohnmobil gekauft. Wohnmobil, Fahrrad und Kanu lasse sich gut kombinieren. Er plant noch viele Urlaube – „immer ein bisschen extrem“. „Und mit dem Sport hör‘ ich erst auf, wenn sie mich ins Altersheim schieben“, sagt Biegel. (jb)

Biegel

Ein Volleyballer fährt Kanu: Gunther und Beate Biegel sind leidenschaftliche Kanufahrer, sie paddelten auf Flüssen wie den Colorado in den USA. Der 65 Jahre alte Biegel hat erst als 30-Jähriger mit dem Volleyballspielen bei der Hamburger Berufsfeuerwehr angefangen, wurde mit der Wehr zweimal Deutscher Meister. Foto Bröhan

Stader Tageblatt vom 09.04.2011

Back Top

Comments are closed.