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November 8th, 2013

Jork mit dem Tiger im Tank

SPORT REGIONAL, by tz.

Volleyballer Tim Strohschein hat beim TuS voll eingeschlagen – Jorker sind Tabellenführer in Regionalliga

VON GÜNTHER SCHULTZ
 Der Zweimeter-Mann Tim Strohschein hat der Regionalliga-Mannschaft des TuS Jork eine neue Qualität gegeben. Der einstige Bundesliga-Volleyballer hat den Spaß am Sport wiederentdeckt und fühlt sich beim TuS wohl. Foto Schultz
 

JORK. „Tim Strohschein hat unsere Annahme stabilisiert“, „Die Annahme um Tim Strohschein stand sehr stabil“, „Tim Strohschein hat ein paar sehr schöne Angriffe ausgepackt“, „Tim Strohschein brachte die gegnerische Annahme mit druckvollen Aufschlägen in höchste Not“, „Jork machte mit brandgefährlichen Aufschlägen, vor allem durch Tim Strohschein, gehörig Druck“. Wer die Spielberichte über die bisherigen Regionalligapartien der Jorker Volleyballer mitverfolgt hat, ist immer wieder auf diesen Namen gestoßen.

Nur: Wer ist dieser Tim Strohschein, und warum hat man vor Saisonbeginn noch nie von ihm gehört? Der jetzt 31-Jährige, zwei Meter und acht Zentimeter große Außenangreifer, der ganz offensichtlich viel zum momentanen Höhenflug des TuS Jork in der Regionalliga beigetragen hat, ist ein alter Weggefährte von TuS-Spielertrainer Martin Petzold.

Kennengelernt haben sich beide, nachdem der gebürtige Schleswig-Holsteiner Tim Strohschein, der das Volleyballspielen bei FT Adler Kiel erlernt hat, mit 14 Jahren ins Jugendinternat des Schweriner SC gewechselt war. Dort war auch Petzold. Gemeinsam wurden beide mit Schwerin 1999 Deutscher Jugendmeister. Noch im jugendlichen Alter ging es dann in die 2. Liga, zu den Volley Tigers Ludwigslust. Gleich zwei dieser Tiger hat nun also der TuS Jork in seinem Tank. „Nach drei Jahren trennten sich dann die Wege von Martin und mir“, erzählt Tim Strohschein. „Er ging zum FC Schüttorf 09, ich in die 1. Bundesliga zum VV Leipzig. Aber wir sind enge Freunde geblieben.“

Als der Leipziger Bundesligist 2006 pleite ging und die Mannschaft sich auflöste, beendete Tim Strohschein von einem Tag auf den anderen seine Volleyball-Karriere. „Die Luft war irgendwie raus. Ich hatte mit einer Rückenverletzung zu kämpfen und mein Ingenieur-Studium nahm mich sehr in Anspruch, später dann der Beruf.“

Sieben Jahre hielt die Pause an. Der Kontakt zu Martin Petzold riss in dieser Zeit nie ab. Nachdem Petzold 2011 zum TuS Jork gekommen war, schaute sich Strohschein, seit vier Jahren berufsbedingt in Hamburg sesshaft, regelmäßig Spiele der Altländer an und unterhielt sich oft mit seinem Kumpel über die Situation der Mannschaft. Strohschein: „Als es in diesem Jahr darum ging, dass noch Leute für die Regionalliga fehlten, habe ich letztlich doch Lust bekommen, selbst wieder anzufangen.“

Als letzter Neuzugang stieg der ehemalige Bundesliga-Crack bei den Jorkern ein. Bereut hat er diesen Schritt nicht. „Das ist eine gute Mannschaft, in der sich alle prima verstehen und in der es richtig Spaß macht zu spielen.“ Wie erklärt er sich, dass sein Team, das in der vergangenen Saison noch gegen den Abstieg kämpfte, plötzlich von der Tabellenspitze grüßt? „Also, wir machen jetzt keine wilden Sachen. Wir spielen nur konstant und begehen wenig Eigenfehler, während die Gegner bisher mehr mit sich selbst zu tun hatten. Das Geheimnis besteht wohl darin, dass wir es am Spieltag schaffen, unsere Trainingsleistung eben nicht aufs Feld zu bringen“, schmunzelt der Zweimeter-Hüne selbstironisch. „Mal sehen, wie sich das noch entwickelt. Wir schauen jetzt einfach nur von Spiel zu Spiel.“

Man merkt, hier ist jemand wieder ganz in seinem Element, der es vermisst hat, einfach nur Volleyball spielen zu können.

Am Sonnabend spielen die Regionalliga-Volleyballer des TuS Jork um 20 Uhr in Oldenburg.

Stader Tageblatt vom 08.11.2013

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