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November 17th, 2015

Silberlocke und sein Team

SPORT REGIONAL, by tz.

Harsefeld überzeugt mit gutem Volleyball – Der Spaß steht bei den alten Hasen im Vordergrund

BT-17-11-2015

Gegen den Gegner aus Stelle zeigen die Harsefelder Volleyballer vollen Einsatz und erarbeiten sich einen knappen Sieg.   Foto Schulz

 

VON ALEXANDER SCHULZ

HARSEFELD. Die Zweifachsporthalle ist leer, die Schiedsrichter sind Spieler des nächsten Gegners und unter der Spielerbank steht ein Schokokuchen. Willkommen in den Niederungen des Volleyballs. Willkommen beim TuS Harsfeld in der Bezirksliga. Angeführt von „Käpt’n Silberlocke“ zeigen die alten bis sehr alten Hasen des TuS Harsefeld beim Spiel gegen den TSV Stelle II, dass die unterste Klasse im Volleyball längst nicht so ein niedriges Niveau zu bieten hat wie die fünfte Kreisklasse im Fußball.

Der zweite Spieltag der Volleyball-Bezirksliga 4 steht an. In fünf Minuten geht es mit der Partie Harsefeld gegen die zweite Mannschaft des TSV Stelle los. Auf den Rängen herrscht gähnende Leere. Das Rahmenprogramm fällt mangels Zuschauern aus. Die Aufgabe der Offiziellen und Schiedsrichter übernehmen die bereits anwesenden Spieler des TSV Winsen/Luhe II. Sie werden später im zweiten Spiel des Tages gegen die Harsefelder antreten.

Ab dem Spielbeginn wird klar: Die Stimmung in der Halle ist auch ohne Fans grandios. Beide Teams feuern sich bei jeder Aktion an. Die Harsefelder sind lauter, die Gäste aus Stelle dafür kreativer. Nach jedem Punkt ruft der Mannschaftskapitän ein lang gezogenes „Termi–“, worauf seine Mitspieler ein kollektives „–niert!“ folgen lassen. „Das gegenseitige Anfeuern gehört beim Volleyball dazu“, erklärt Gunnar Heise, der „inoffizielle Pressewart“ der Harsefelder. Er setzt im ersten Spiel aus. „Wir haben zwei Spiele und in unserem Alter müssen wir uns die Kräfte einteilen“, scherzt er. Seine Aufgabe im Spiel gegen Stelle: sein Team anfeuern.

Die Mannschaft zeigt im ersten Satz, dass Volleyball in der niedrigsten Klasse keineswegs schlechtes Niveau bedeutet. Angetrieben von ihrem Trainer Falko Remmert, der auch auf dem Feld steht, spielen die Harsefelder ihren Gegner komplett an die Wand. 25:11 heißt es am Ende des ersten Satzes. „Das war gar nicht mal so gut für uns“, wird Coach Remmert nach dem Spiel anmerken. Denn ab Satz zwei entwickelt sich ein enges Spiel, bei dem einige schöne Schmetterbälle und lange Ballwechsel gezeigt werden. Von beiden Teams.

Die Harsefelder profitieren dabei von ihrer Eingespieltheit. „Einige sind schon zusammen zur Schule gegangen“, sagt Gunnar Heise. Ein paar Neuzugänge hat Falko Remmert an Land gezogen. „Alexander Gessenharter ist eine echte Verstärkung“, lobt Remmert seinen neusten Coup. Die Mischung des Teams aus alten Hasen und frischem Blut zeichne die Harsefelder aus, sagt er. Remmert ist für den Kader und die Aufstellung zuständig. „Er ist unser Käpt’n Silberlocke“, hat Gunnar Heise die passende Jobbeschreibung parat.

Während sich das Spiel gegen Stelle II dem Ende entgegen neigt, macht sich Heise im Hintergrund warm. Plötzlich gelingt seinen Mannschaftskollegen wieder mehr. Nach über zwei Stunden ringen sie Stelle nieder. Heise erkennt messerscharf einen Zusammenhang: „Seit ich mich aufgewärmt habe, haben wir besser gespielt.“ Mit 3:2 Sätzen besiegen die Harsefelder ihren Gegner. „Ein hartes Stück Arbeit“, bilanziert Trainer Remmert. Eine halbe Stunde Pause gibt der Spielplan her, dann folgt die Partie gegen Winsen/Luhe II. Ein klarer 3:0-Erfolg für die Harsefelder Lokalmatadoren.

Nach drei gespielten Partien liegen die Harsefelder auf dem ersten Tabellenplatz. Vom Aufstieg will Coach Remmert trotzdem nichts wissen. „Wir sind viel zu alt, um aufzusteigen“, sagt er halb scherzhaft, halb im Ernst. „Wir wollen einfach Spaß haben“, schiebt der grauhaarige Trainer hinterher. Das Saisonziel sei, „sich bloß nicht verletzen“, blödelt Gunnar Heise dazwischen. „Das habe ich dem TAGEBLATT vor ein paar Jahren schon mal gesagt und dabei ist es geblieben.“ Nach dem zweiten Spiel steht die „dritte Halbzeit“ an. „Ich habe zwei Kästen Bier in der Kabine gesehen“, sagt Pressesprecher Heise. „Die meisten sind zu Fuß hier“, fügt er vielsagend an.

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Stephan Bensch (links) und Gunnar Heise verbreiten Euphorie.

 

 

 

 

 

 

Falko Remmert ist fokussiert.

 

Stader Tageblatt vom 17.11.2015

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