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Januar 21st, 2012

Sport im Landkreis

SPORT REGIONAL, by tz.

Zuschauer

Der absolute Zuschauermagnet: Die Handball-Bundesligafrauen des Buxtehuder SV füllen die Halle Nord konstant mit bis zu 1500 Fans.

Wo sind noch die meisten Zuschauer?

Landkreis. Welche Sportarten und Vereine erfreuen sich der größten Beliebtheit, wenn die Aktiven an den Wochenenden ihrem Sport nachgehen? Das Ergebnis bleibt eindeutig: Handball und Fußball sind weit vorn. Allerdings schrumpfen die Zuschauerzahlen bei der Sportart Nummer eins, Fußball, stetig. Die meisten Zuschauer pro Spiel haben die Bundesliga-Handballerinnen des Buxtehuder SV.

Von Jens Lüneburg, Jan Bröhan, Daniel Berlin und Karsten Wisser

Fußball: Immer weniger auf den Plätzen

König Fußball frisst sich im Landkreis Stade seine Zuschauerzahlen selbst weg – und das von gleich zwei Seiten. Die negative Seite: Früher gehörte der Sonntag dem Amateurfußball. Jetzt gibt es fast keinen Tag in der Woche, an dem nicht auf irgendeinem Sender Profifußball läuft. Kommerz ist offenbar wichtiger als Breitensport. Das könnte ein Grund sein, warum die Zuschauerzahlen bei den höher spielenden Mannschaften oft nicht mehr gut sind. Besonders schlimm sind die Städte. In Stade bei Güldenstern und beim VfL sind knapp dreistellige Zuschauerzahlen der Normalfall. Das Derby der beiden Stadtrivalen bringt nur noch 800 Zuschauer. Früher waren es einmal mehrere Tausend. Die Fußballer des Buxtehuder SV können die Zuschauer eigentlich auch per Handschlag begrüßen, schon vor fünf, sechs Jahren zu Oberligazeiten lockte der BSV nur noch knapp über 100 Zuschauer ins Jahnstadion. Heute spielt der BSV in der Bezirksliga und eine dreistellige Zuschauerzahl wäre wünschenswert. Auf den Dörfern, bei der Spielgemeinschaften Drochtersen/Assel und Ahlerstedt/Ottendorf ist es etwas besser – ohne richtig gut zu sein. Hier schrumpften die Zuschauerzahlen in den vergangenen Jahren auch konstant, liegen im Schnitt noch bei 200. Die Regionalliga-Frauen des TSV Immenbeck locken meistens mehr als 100 Zuschauer an, die A/O-Frauen sind froh über 40.
Die positive Seite des Kannibalismus-Effektes bei den Kickern. Es spielen so viele selbst, dass sie keine Zeit haben, sich andere Begegnungen anzugucken. Im Fußball bringt es die Masse, es gibt 16 000 organisierte Kicker im Kreis. Allein im Jugendbereich gibt es 380 Mannschaften. Die Bezirksliga, manche Teams haben immer ihre 100 und mehr Zuschauer, und die Kreisliga sowie die Kreisklassen bringen die Masse. Ein normaler Kreisliga-Spieltag hat im Schnitt mindestens 500 bis 600 Zuschauer. Wenn echte Derbys anstehen, steigen die Zahlen. Da gibt es dann auch in den Kreisklassen Spiele mit bis zu 300 Zuschauern. Natürlich gibt es hier auch jede Menge Beispiele, wo die zweiten, dritten und vierten Teams im Prinzip unter Ausschluss der Öffentlichkeit spielen.

Basketball: VfL Stade und sonst nichts

Hier dominiert eindeutig der VfL Stade. Bereits vor dem Wechsel in die Sporthalle des Vincent-Lübeck-Gymnasiums konnte die Regionalligamannschaft des VfL auf eine bärenstarke Fan-Unterstützung bauen. Aber nur bis zu 200 Zuschauer fanden Platz in der Bockhorster Halle und drängelten sich rund um das Spielfeld. „Jetzt haben wir bei attraktiven Gegnern mehr als das Doppelte“, sagt VfL-Präsident Carsten Brokelmann. „Mehr als 250 sind bei den Heimspielen Satz.“ Das Interesse im Leistungsbereich steige seit Jahren stetig an. So verzeichnet der VfL Stade einen Boom bei den Zuschauern aus dem Umland, auch weit über die Landkreisgrenze hinaus. „Grund ist sicherlich auch, dass die Mannschaft im Vergleich zur vergangenen Saison sehr erfolgreich spielt und immer besser in Schwung kommt“, so Brokelmann.
Die gute Stimmung in der Halle lockt. Jugendliche aus allen VfL-Abteilungen haben sich zu einer festen Fangruppe zusammengeschlossen und sorgen für den nötigen Hype – auf dem Feld bringen die VfL-Spieler die sportliche Party in Schwung.

Handball: BSV ist top, kleines Bü/Dro auf der Überholspur

Der Bundesliga-Handball beim Buxtehuder SV bleibt das Maß aller Dinge bei den Zuschauerzahlen im Landkreis Stade. In der Saison 2010/2011 besuchten im Schnitt 1350 Menschen die Spiele der Handballerinnen. In der zweiten Saisonhälfte waren die Heimspiele bei etwa 1500 Zuschauern nahezu ausverkauft. „Das war der sportlichen Entwicklung geschuldet“, sagt BSV-Marketingchef Thorsten Sundermann. Der Verein hatte in den Play-Offs die meisten Besucher und wurde am Ende Vizemeister hinter dem Thüringer HC.
Die Zahlen in der laufenden Saison sind ähnlich. Bislang liegt der Schnitt bei 1250 Zuschauern. Wobei die Werte erfahrungsgemäß ansteigen. Der Verkauf der Dauerkarten für die Sitzplätze ist im Vergleich zur Vorsaison von 680 auf mehr als 800 angestiegen.
„Es ist noch mehr denkbar“, sagt Manager Peter Prior. Wenn Buxtehude die neue Arena hätte, kämen vielleicht mehr Zuschauer. Allein wegen des höheren Komforts, der höheren Anzahl an Sitzplätzen und der Parkplatzsituation. Wann die Arena kommt, steht in den Sternen. „Wir arbeiten daran und sind guter Dinge“, sagt Prior. Die Handballerinnen des VfL Stade können in der dritten Liga freilich nicht mithalten mit den Zahlen in Buxtehude. Etwas mehr als 200 Menschen besuchen die Heimspiele in der VLG-Sporthalle.
Nach dem BSV kommt ganz lange nichts. Früher waren die Handballer des VfL Fredenbeck Garant für eine rappelvolle Geestlandhalle. Diese Zeiten sind passé. In der Saison 2010/2011 kamen etwa 420 Menschen im Schnitt, um den Drittligisten zu sehen. In der laufenden Saison zählte der Verein in der Regel 350 bis 380 Leute. Das Fredenbecker Publikum gilt als sehr sensibel und will sowohl sportliche Klasse als auch Kämpferherz sehen. Das Derby in der Dritten Liga Nord gegen den SV Beckdorf am 15. Oktober des vergangenen Jahres war mit mehr als 800 Zuschauern der Saison-Höhepunkt.
Fredenbecks Ligarivale Beckdorf zählt im Schnitt 250 bis 300 Besucher. Dann ist die kleine Halle auch schon gut gefüllt. Den gleichen Zuspruch erfährt seit Jahren die HSG Bützfleth/Drochtersen, die derzeit mit der Männermannschaft in der Oberliga spielt. Der Verein legt die Heimspiele all seiner Mannschaften auf einen Tag. So herrscht immer reges Treiben in der Halle.

Faustball: Schwerpunkt auf dem Dorf

In 95 Prozent aller Fälle dürfte man im Landkreis Stade für den Satz „Ich gehe heute zum Faustball“ verständnislose Blicke ernten. Das ist in Essel, Hagenah, Ruschwedel, Wangersen und Hammah aber voller Ernst.
Die Zuschauermagneten: Der MTV Hammah war in der ersten Liga der Zuschauer-Magnet. Während der Hallenserie war die Tribüne in den vergangenen Jahren oft prall gefüllt. Über 200 Fans aller Altersklassen, darunter viele Senioren, die früher selbst aktiv waren, und zahlreiche junge Zuschauer feierten ihr Team – inzwischen ist es weniger geworden. Aufwärts geht es dafür bei den Frauen in der 2. Liga: „Da ist jetzt mehr los, als bei den Herren“, sagt Obfrau Anette Volmers. Die Bundesliga-Frauen des SV Düdenbüttel müssen mit weniger Zuschauer-Interesse auskommen. Rund 80 Fans sind Stammgäste am Spielfeldrand. Dennoch reisen aus dem gesamten Landkreis die Fans an, um die SVD-Damen zu unterstützen. In der Feldserie wird das Interesse nicht weniger, dennoch bröckelt die Zahl etwas. Grund sind die „dörflichen“ Veranstaltungen, wie Schützenfeste und Sportfeste, die parallel zu den Spielterminen angeboten werden.

Die Anderen: Floorball hat viele Fans

Überraschend viele Zuschauer locken mittlerweile die Floorballer der SG Stade/Mittelnkirchen bei ihren Heimspielen der 2. Bundesliga in Steinkirchener Halle. „Wir haben immer 70 bis 120 zahlende Zuschauer“, sagt Trainer Bernd Hoffmann. Die Leistung der jungen Mannschaft zahlt sich aus.
Volleyball: Nur bei den Heimspielen der Jorker Männer (Oberliga), TSV Buxtehude-Altkloster (Verbandsliga) sowie bei Kreisderbys unter den Frauenteams in der Landesliga sind Fans auf der Tribüne zu finden. Die Spitzenzahl lag bei den Aufstiegsspielen bei rund 150, sonst sind es an normalen Punktspieltagen zwischen 20 und 50 – meist kommen nur ein paar Freunde und Angehörige zum Zuschauen. Als vor Jahren noch Mannschaften in der Regionalliga vertreten waren, war das Zuschauerinteresse im Schnitt wesentlich größer.
Tennis: Der TC Wiepenkathen hat in der Herren-Oberliga das mittlere Hallenfeld für die Zuschauer reserviert und mit Stühlen ausgestattet. „Das ist schon ein Erlebnis, wenn 200 Fans die Teams anfeuern“, schwärmt Tennistrainer Hartmut Aldag über das Interesse bei einigen Spitzenspielen. In der Sommersaison ist die Zahl der interessierten Zuschauer geringer – auch weil viele Tennisfreunde selbst Punktspiele bestreiten. Beim Stader TC sieht es mit den Zuschauern ähnlich aus. „Nur die Leistungsmannschaften ziehen Zuschauer“, sagt Teamchef Klaus Schmidt. Aber nur selten erreichte der TC 100 Zuschauer.

Die Top-Fünf

1. Buxtehude, Handball
2. Fredendeck, Handball
3. Stade, Basketball
4. Beckdorf/Bü/Dro, Handball
5. D/A, Fußball

Stader Tageblatt vom 21.01.2012

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