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Mai 2nd, 2013

Volleyball: Jork kurz vor dem Aus

SPORT REGIONAL, by tz.

Volleyball: Zu wenig Spieler beim TuS – Neuzugänge kurz vor Ende der Meldefrist retten den Regionalligisten – Jork sucht weitere Aktive

 

Spannende Wettkämpfe, Emotion pur. Wie lange wird im Landkreis noch hochklassiger Volleyballsport geboten? Foto Boldt
 
JORK. Es hat nicht viel gefehlt und im Alten Land wäre eine lange Ära zu Ende gegangen. Seit über zwei Jahrzehnten ist der TuS Jork mit seinen Volleyballern zumindest in der Verbandsliga bis hinauf zur Regionalliga vertreten gewesen. Doch trotz erfolgreichem Abschluss der Regionalliga-Spielzeit 2012/13 stand die Existenz des Teams plötzlich auf dem Spiel.
 

„Nach den feststehenden Abgängen von Robert Merkens, Finn Schwarmann, Andreas Stammer und Patrick Steinmüller bekamen wir keine spielfähige Mannschaft mehr zusammen“, berichtet TuS-Cheftrainer Rolf Schmitt. „Nur noch vier Stammkräfte wären an jedem Spieltag verfügbar gewesen; bei den anderen gibt es zu viele Fragezeichen.“ Sportlich sinnvoll wäre in dieser Situation gewesen, eine Spielgemeinschaft mit Nachbarvereinen wie zum Beispiel mit dem Verbandsligisten TSV Hollern-Twielenfleth einzugehen, die ebenfalls mit ständigen Personalproblemen zu kämpfen haben.

Dazu Schmitt: „Leider kommen nicht viele Vereine in Frage, wenn man länger- und nicht nur kurzfristig ein hochklassiges Sportangebot erhalten will. So hat sich zum Beispiel der VfL Stade durchaus kooperationsbereit gezeigt, doch dessen eigener personeller Aderlass im Erwachsenenbereich ist zu substanziell; diese Partnerschaft macht nur bei der Jugend Sinn. Deren und unsere Jugendliche sind aber noch nicht bereit für eine höhere Spielklasse.“

Plan B war deshalb ein Wechsel des verbliebenen Jorker Teams zum TSV Buxtehude-Altkloster, wo man zwar die Jorker Spieler und den Regional- oder Oberliga-Platz gerne gesehen hätte, den die Altländer mitgebracht hätten; doch einer Spielgemeinschaft blieb man dort abgeneigt. Kurz vor dem Abschluss des Vereinswechsels kam nun die überraschende Wende, 96 Stunden vor Ablauf der Meldefrist zur nächsten Saison.

„Wir haben die festen Zusagen des Regionalligaspielers Ayk Bielke aus Kiel und von Nils Kluge aus Buchholz; dazu lässt sich unser Blocker Benjamin Behr reaktivieren. Damit haben wir zunächst einmal die angestrebte Mindestzahl von einsatzfähigen Spielern beisammen“, freut sich Rolf Schmitt. Über weitere Zugänge würde er sich natürlich auch freuen. Was ihm dabei besonders am Herzen liegt: „Wir suchen Talente, die leistungsorientiert trainieren und sich weiterentwickeln wollen. Diese Region hat immer wieder junge, starke Spieler wie zuletzt Sönke Meyer, Michel Schlien oder Finn Schwarmann hervorgebracht. Denen müssen hier Vorbilder und eine Perspektive geboten werden. Dann wandern sie auch nicht ab nach Hamburg oder Lüneburg.“

 Standpunkt

von Günther Schultz

Wo bleibt die VSG Unterelbe?

Die Liste der Volleyballvereine im Landkreis Stade, die ihre Mannschaften vom Spielbetrieb abmelden müssen ¨– sie wird länger werden. 2011 hatten die Volleyballer des Buxtehuder SV, die auch einmal Regionalligageschichte schrieben, die Segel gestrichen. Nun hätte es mit dem TuS Jork fast einen weiteren Traditionsklub erwischt. Der Grund ist überall derselbe: Personalmangel. Wie anderen Randsportarten fehlt es im hiesigen Hallen-Volleyball an Nachwuchs, gerade im männlichen Bereich. Doch welche Schlüsse hat man bei den Vereinen aus der sich schon lange abzeichnenden Entwicklung gezogen?
Haben sich alle an einen Tisch gesetzt und gemeinsam Erfolg versprechende Strategien entwickelt, wie man die Jungen für Volleyball begeistern und ihnen flächendeckend eine sportliche Perspektive bieten kann? Wie man Synergieeffekte nutzen kann? So lange sich keiner der renommierten Landkreisvereine dazu bekennt, den Schritt zu einer Bündelung der Kräfte, der Kompetenzen und der Ressourcen machen zu wollen, so lange kann man nur abwarten, bis hier der Letzte das Licht ausmacht. Gute Nacht, Volleyball.

Stader Tageblatt vom 02.05.2013

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